Editorial GÖ JETZT! – Ausgabe 4

von E.Bartsch
0 Kommentar 15 Aufrufe 2 Min. Lesezeit

Liebe Leserinnen und Leser,

In seiner ganzen Existenz hat es der Mensch nicht fertiggebracht, sein gesellschaftliches Leben auf Dauer harmonisch zu gestalten. Immer wieder siegten Gier, Hass und Neid ­ und ein ums andere Mal versank die Gemeinschaft in Chaos und mannigfaltigen Formen von Armut.

Braucht es immer Geld, um die Armut zu beenden? Meiner Ansicht nach nicht. Würden natürliche Ressourcen an Nahrung, Unterkunft und sonstiger Versorgung nicht mutwillig verunehrt, gäbe es bereits innerhalb der bestehenden Strukturen deutlich weniger Armut.

Was es wirklich braucht, sind Mitgefühl, Empathie und die Achtung der Menschenrechte. Diese be­sagen nicht zuletzt: Wir stehen in der Pflicht, einander zu helfen und uns in Brüderlichkeit zu begeg­nen. Wie aber sieht die Realität aus? Gutes Obst verfault in eingezäunten Obstgärten. Will jemand Lebensmittel aus Müllcontainern retten, wird es ihm verboten. Jede Menge Immobilien stehen leer und verwildern, während Menschen ohne Obdach sind ­ und so weiter. Selbst solchen Menschen, die keine Hilfe bräuchten, wenn man sie einfach in Ruhe arbeiten ließe, wird das Leben eigens schwer gemacht. Dies hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass Bauern ihre Höfe, Gastro­nomen ihre Gaststätten und Handwerker ihre Werkstätten schließen mussten.

Sind denn die leitenden Organe dieser Gesellschaft zu Vertreterschaften des Asozialen geworden? Fällt Politikern und Beamten überhaupt noch auf, wie sehr das System, das sie repräsentieren, die Würde des Menschen mit Füßen tritt? ­ Jung gegen Alt, Reich gegen Arm, Arbeiter gegen Arbeits­lose, Parteiangehörige gegen Parteifreie, Religion gegen Atheisten, Frauen gegen Männer, Homo gegen Hetero, Wissenschaft gegen „Schwurbler“, Eltern gegen Lehrer gegen Kinder … ­ gesell­schaftliche Spaltung so weit das Auge reicht. Sie ist der (betriebs­)blinde Fleck innerhalb eines Sys­tems, das auf eine ungerechte Ressourcenverteilung besteht und Zwangslagen erzeugt, die Konflikte regelrecht hervorrufen müssen.

Darum geht es beim Grundeinkommen um weit mehr als nur um Geld. Wer den Grundeinkommens­gedanken in seiner Gesamtheit versteht, der weiß, dass es dabei um das wertvollste Gut des Men­schen geht: seine Freiheit! Es geht darum, unverschämten Bedingungen und Forderungen übergriffiger Instanzen nicht länger blind zu gehorchen. Es geht darum, einander wieder auf Au­genhöhe zu begegnen und zu einer Lebensweise zurückzufinden, die die Bezeichnung „sozial“ tat­sächlich verdient.

Ich bin glücklich darüber, dass die Akademie BGE mit dem GÖ­-Magazin eine Plattform geschaffen hat, die das Grundeinkommensbewusstsein ­ und damit ein sozialeres Miteinander ­ anregt. Danke an alle, die das möglich machen!

Nur, wenn sich ausreichend viele Menschen die Notwendigkeit ihres eigenen Aktiv­Werdens be­wusst machen, wird sich auch etwas ändern. Nur gemeinsam können wir den Dörfern und Städten wieder Leben einhauchen ­ und dort, wo wir uns bewegen, die soziale Struktur sein, die wir uns wünschen. Möge es uns gelingen, dass die Ängste weichen und die Lebensfreude siegt!

Mit lieben Grüßen!

Karl Dittrich
Präsident Akademie BGE

[ Bisher: 1 ] Ihre Artikel-Bewertung?

Verwandte Beiträge

Schreiben Sie einen Kommentar:

Cookies scheinen irgendwie bedingungsfrei zu sein. Als Grundeinkommen wollen wir sie aber nicht! Ja, ja, alles wird gut ;-)